warum uns das Zettelkasten-Denken schwerfällt
Eine Zettel hat keinen festen Ort; er lebt von Verbindungen.
Wir denken meist linear — und unsere Werkzeuge halten uns darin fest.
Ein Word-Dokument ist eine Linie: oben anfangen, unten aufhören, eine Reihenfolge.
Eine Ordnerstruktur ist ein Baum: jede Datei hat einen Platz, einen Pfad, ein Zuhause. Beide zwingen uns zur selben Grundannahme — jedes Ding gehört an genau eine Stelle, in genau eine Ordnung.
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Der Zettelkasten kippt das. Eine Zettel hat keinen festen Ort; er lebt aus seinen Verbindungen. Dieselbe Idee kann aus mehreren Richtungen erreichbar sein, in mehreren Kontexten zugleich stehen. Bedeutung entsteht nicht aus der Position in einer Reihe, sondern aus den Relationen im Netz.
Genau deshalb fühlt sich ein Zettelkasten zuerst unbequem an: Es nimmt uns die Gewohnheit weg, auf die wir uns jahrelang verlassen haben: "wo muss ich das jetzt speichern?"
Man muss nicht mehr entscheiden, wohin etwas gehört (wo im Text, wo im Ordnersystem), sondern womit es zusammenhängt. Das ist nicht schwerer, nur ungewohnt.